Impuls der Woche

Flut und Theodizee

Hat Gott eigentlich diese furchtbaren Überflutungen gemacht? Wenn er allmächtig ist, kann er denn sowas nicht verhindern? Wie kann ein liebender Gott so viel Leid zulassen? Will er nicht, dass wir ein schönes Leben haben? Wie passt das dazu? Warum hat Gott nicht auf seinen Sohn aufgepasst? Warum musste er sterben? Warum passieren so viele schreckliche Dinge in der Welt?

Die Erde und alles was darinnen ist, ist von Gott gemacht. Und die Erde ist eben ein wilder Ort. Mit Naturgewalten. Wir Menschen sind klein und hilflos im Verhältnis dazu und eben auch nur ein Teil davon. Wir sind so ein bisschen wie die Ameisen im Ameisenhaufen. Wir sind zwar ziemlich organisationsstark aber im Verhältnis zu den Kräften des Universums, der Natur und des Wetters sind und bleiben wir klein. Wir haben keine Macht. Das hat uns das Coronavirus gezeigt und jetzt auch wieder die große Flut. Wir können das Universum nicht beherrschen. Punkt. Nullpunkt. 

Und genau das beschreibt auch unser Verhältnis zu Gott. Auch vor Gott können wir nichts tun, als unsere Machtlosigkeit anzuerkennen. In der Mystik ist genau das gemeint, wenn man vom spirituellen Tod spricht. Die Mystiker fordern, den unsinnigen Wunsch nach Macht aufzugeben und sich ganz Gott hinzugeben, durch den Tod des Egos hindurchzugehen. 

Das nennt man „das Kreuz schultern“. Die eigene Machtlosigkeit anerkennen. Die Erfahrung, dass ich es selbst nicht wenden kann. Gottes Sohn hat es uns vorgemacht: Er hat sich – also zuerst mal sein Ego und dann sogar seinen Körper- hingegeben, aus Liebe, obwohl alles gegen ihn stand.

Was ist auf der anderen Seite des mystischen Todes? Die Liebe. Denn Gott ist die Liebe. 

Gerade in Notzeiten wächst die Liebe in der Welt. Gott läßt uns nicht allein. Ich bin da, sagt er. Im Leben und im Tod. Halt Dich an mir fest. 

Versteht mich nicht falsch: Damit will ich nicht sagen, dass wir mit der Schöpfung Schindluder treiben dürfen oder den Katastrophenschutz sträflich vernachlässigen, wie es in Deutschland wohl geschehen ist, im Gegenteil, Klimaschutz und Katastrophenschutz sind tätige Liebe.

Edna Li

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