Christozentrisches Yoga

Harmony Yoga und Meditations-Kurse mit christozentrischer Ausrichtung

Leitung Gabriele Haage

In unserer schnelllebigen, technisierten Welt suchen viele Menschen nach Halt und Sinn. Im Außen wird dies auf Dauer nicht gelingen. Unsere momentane, herausfordernde Situation macht es nicht gerade leichter, in der eigenen Mitte zu bleiben. Dies ist wichtiger denn je, um sich nicht vom Virus der Angst und der Mutlosigkeit anstecken zu lassen.
Yoga und Meditation sind seit Jahrtausenden bewährte Methoden dem Körper Gutes zu tun, die Seele zu erfrischen und den Geist zur Ruhe zu bringen. Sie wollen ein Angebot für Menschen sein, die sich an der Freiheits – und Erlösungslehre Jesu Christi orientieren. Um eine bodenständige Spiritualität geht es.
Die christozentrische Ausrichtung meiner Kurse ist nicht durch konfessionelle Konstitutionen reguliert.

Im Jahre 2021 haben Sie die Möglichkeit meine Kurse anstelle einer Studienreise für Ihre Ausbildung zum Spiritual bzw. zur Spiritualin zu buchen.

Harmony Yoga und Meditation für den Herzraum
Schwanberg, 5. – 7. Mai 2021

Harmony Yoga und Meditation mit christozentrischer Ausrichtung und dem Thema „Chakren“ Burghof Stauf, 30. Mai – 2. Juni 2021

Das Vaterunser im Dialog mit Mystik und christozentrischem Yoga
Schwanberg, 26. – 28. November 2021

Nähere Informationen zu den jeweiligen Kursen finden Sie auf der Webseite:
http://www.harmony-yoga.de

 
 
 

Christlicher Glaube und Yoga

Wie passt das zusammen? Yoga und christlicher Glaube? Das ist doch eine indische Religion; man wendet sich an verschiedene Gottheiten. Und was soll „christozentrischer Yoga“ sein?

Mit derlei Fragen und Aussagen werde ich konfrontiert. Anfangs war ich erstaunt über so wenig Aufklärung im 21. Jahrhundert. Nach zahlreichen Gesprächen verstehe ich nun besser, worum es geht. Es geht um Angst; Ängste muss man immer ernst nehmen.

Wie unbegründet diese Ängste sind, möchte ich im folgenden darlegen.

Yoga ist keine Religion, auch keine Lehre. Vielmehr handelt es sich um uraltes Wissen. Ein „psychologisch-philosophisch-spirituelles System „, so Christian Schmidt in seinem Buch: Erfahrungsweg Yoga – Gottesbegegnung durch Selbstfindung, dessen Lektüre ich empfehle, wenn man sich mit der Thematik näher auseinandersetzen möchte.

Ja, Yoga ist ein Erfahrungsweg. Es kann nicht erklärt werden, da es sich für jeden individuell anders gestaltet. Je nachdem wo man steht, woher man kommt. Selbstverständlich kann man viel darüber lesen, theoretisch und praktisch lernen. Wirklich erfassen lässt sich Yoga nur durch Erfahrung.

Ziel des Yogaweges ist die Innenschau, die Vereinigung mit dem Göttlichen in uns. Wir lernen, unseren materiell ausgerichteten Geist, der ständig in Bewegung ist, auf das Wesentliche zu lenken. Wir lernen uns mitten im Alltags-Trubel auszuklinken und werden zu Beobachtern des Geschehens. Unserer Gedanken, unserer Gefühle.

In allen Traditionen und Glaubensrichtungen hat man die Wichtigkeit des „sich nach innen Kehrens“ erkannt. Die Urväter unseres Glaubens, unsere Mystiker, wußten um die Notwendigkeit in die Stille zu gehen, zu meditieren.

Meditation nimmt auf dem Yoga Weg den größten Teil ein. Die Rede ist hier vom klassischen Yoga. Heutzutage ist Yoga in Mode; mittlerweile wird eine Fülle von Übungsmöglichkeiten angeboten, die mit dem Ursprung nicht mehr viel zu tun haben. Oft handelt es sich um rein Körper betonte Übungsweisen. Selbstverständlich ist der körperliche Aspekt wichtig und gerade in unserer bewegungsarmen Arbeitswelt äußerst hilfreich um den „Tempel unserer Seele“ gesund zu erhalten, bzw. ihm Unterstützung zukommen zu lassen, um wieder zu gesunden. Vorsicht ist jedoch geboten, dass nicht auch noch die Yogastunde Leistungsdruck aufbaut.

Im klassischen Yoga nach Patanjali werden die Körperübungen, die sog. Asanas, erst an dritter Stelle genannt. Patanjali, verfasste vor über 2000 Jahren die Yoga Sutren; einen Leitfaden für ein befreites, achtsames, spirituelles Leben. Hier ein kurzer Einblick in diese Philosophie:

Die acht Glieder des Yogaweges:

Yama: Unsere Haltung gegenüber unserer Umgebung

Niyama: Unsere Haltung gegenüber uns selbst

Asana: Die Praxis der Körperübungen

Pranayama: Die Praxis der Atemübungen

Pratyahara: Das Nach-Innen-Richten der Sinne

Dharana: Die Fähigkeit, unseren Geist auszurichten

Dhyana: Die Fähigkeit, unseren Geist kontinuierlich in einer Verbindung mit dem,

was wir verstehen wollen, verweilen zu lassen

Samadhi Erleuchtung, reine Schau

Zum näheren Verständnis hier die Interpretation von Yama:

Überlegtes und behutsames Umgehen mit allem, was lebt, besonders mit den Lebewesen, die hilflos sind oder die sich in Schwierigkeiten befinden

Aufrichtige Verständigung durch Sprache, Gesten und Handlungen

Nichtbegehren oder die Fähigkeit, uns von dem Wunsch nach Dingen, die uns nicht gehören, zu lösen

Mässigung in all unserem Tun

Die Fähigkeit, uns auf das zu beschränken, was wir brauchen und nur das anzunehmen, was uns zusteht

Niyama:

Reinheit, die sich auf unseren Geist, unseren Körper und unsere Umgebung bezieht

Bescheidenheit und Zufriedenheit, die darauf beruht, dass wir mit dem glücklich sind, was wir haben und nicht ständig etwas vermissen, das wir nicht haben

Das Lösen von Blockaden in unserem Körper und Geist, indem wir in unserem Leben eine gewisse Disziplin einhalten; Disziplin bezieht sich hier vor allem auf Körper- und Atemübungen, auf unsere Ernährung, Schlaf und den Umgang mit Arbeit und Erholung

Das Studieren und das wiederholte Überprüfen unserer eigenen Entwicklung

Ehrfurcht gegenüber einer höheren Kraft oder das Annehmen unserer eigenen Begrenztheit im Vergleich zu der Allwissenheit Gottes

Es wird offensichtlich, dass die Einhaltung dieser Empfehlungen jedem Menschen, so auch den Christen gut anstehen und helfen ein glückliches, freies, nach ethischen Grundsätzen ausgerichtetes Leben zu führen.

Die letzten vier Stufen der Sutren befassen sich mit verschiedenen Formen der Meditation, deren Ziel Samadhi – die Erleuchtung, Gotteserfahrung – ist. Dieses „Ziel“, das immer eine Gnade, und nichts ist was man selbst erreichen kann, ist identisch mit dem Streben aller christlichen Mystiker. Es ist nicht auf eine Religion festgelegt, sondern vereint gläubige Menschen aller Glaubensrichtungen. Zum besseren Verständnis hier noch ein Zitat von Christian Schmidt:

„Ein bestimmtes Gottesbild ist dem Yoga fremd. Obwohl in manchen Yoga-Wegen ( nicht im klassischen Yoga ) Bilder, Mythen und Symbole eine wichtige Rolle spielen, sollen sie auch dort überwunden werden. Denn man weiß, daß jede Vorstellung von Gott unvollständig sein muß. Jedes Bild von Gott ist letztlich ein menschliches, geprägt vom kulturellen Umfeld, der eigenen Erziehung, den Ideen, Wünschen und Erwartungen des Individuums.“ Und weiter: „ Wir können also festhalten: der klassische Yoga kennt Gott; er geht von einem persönlichen Gott aus. Die Gottesvorstellung bleibt jedoch offen; sie ist jedenfalls nicht an eine bestimmte Religion geknüpft. Dadurch wird es möglich, das Gottesbild der eigenen Religion in die Yoga Praxis mit hineinzunehmen.“

Und genau hier knüpft christozentrischer Yoga an! Nach dem Motto: „alles Wesentliche ist einfach“ stelle ich mich in meinem Glauben in das Kraftfeld Jesu Christi. Die Praxis beginnt mit einem Gebet oder Mantra, mit dem ich mich bewusst an das göttliche Licht und die Gegenwart Gottes annable. Und mehr braucht es nicht!

Basierend auf dem klassischen Yoga entwickelte ich im Lauf der Jahre „Harmony Yoga“. Dies vereint Elemente aus dem Hatha Yoga, Meridian Balance, Yin Yoga und verschiedene Formen der Meditation. Es ist eine durchweg sanfte Übungsweise bei der man nichts „können“ muss. Leistungsdruck bleibt außen vor; Entschleunigung ist angesagt. Menschen aller Religionen und Glaubensrichtungen können Yoga praktizieren und für sich nutzen. Es kommt allein auf die Ausrichtung an. Energie folgt der Aufmerksamkeit.